| Hepatitis |
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(Erkrankungen, die Entzündungen oder Zellschädigung der Leber hervorrufen) Gegenwärtig werden sechs Hepatitisformen unterschieden: Hepatitis A, B, C, D, E, G. Die Erreger gehören verschiedenen Virenfamilien an und ihre Übertragungswege sind unterschiedlich. Hepatitis A (HAV)Ansteckungsmöglichkeiten: Häufig durch kontaminiertes Wasser oder Lebensmittel, selten durch Blut, Blutprodukte oder Sexualkontakte. HAV tritt häufig in den Ländern der "Dritten Welt" auf, seltener in Europa. Symptome: Anfangs Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit, Durchfall, Muskel- und Gelenksbeschwerden. Im weiteren Verlauf Dunkelfärbung des Urins, Färbung des Stuhls, Gelbfärbung der Augen und der Haut. Behandlung: Während der akuten Phase keinen Alkohol trinken und sich körperlich schonen. Die Erkrankung verläuft meist mild und heilt aus. Nach der Ausheilung besteht lebenslange Immunität. Gegen Hepatitis A kann man sich impfen lassen. Hepatitis B (HBV)Ansteckungsmöglichkeiten: Die gefährlichste und häufigste Hepatitisform. Das Infektionsrisiko ist 100 mal höher als bei HIV. Die Übertragung erfolgt durch Sexualkontakte, kann durch die hohe Virenlast im Blut auch durch Intim- und Haushaltskontakte wie durch gemeinsames Benutzen von Zahnbürste und Rasierapparat und sogar durch Küssen erfolgen. Besonders gefährlich sind auch kontaminierte Spritzen. Symptome: Ähnlich wie bei Hepatitis A, wobei die Gelbfärbung von Augen und Haut nicht immer auftritt. Der Verlauf der Infektion ist bis zu zehn Prozent chronisch und kann in Lebercirrhose und Leberzellkarzinom übergehen. Behandlung: Erfolgt mit Interferon-Alpha (ca. vierzig Prozent der Erkrankten werden geheilt), wobei auch neue erfolgversprechende Methoden getestet werden. Es besteht die Möglichkeit, sich impfen zu lassen. Hepatitis A/B Hepatitis C/D Hepatitis E/G Hepatitis C (HCV)Ansteckungsmöglichkeiten: Überwiegend durch Blutkontakt und konta-minierte Spritzen. Bei Sexualkontakt ist das Risiko gering, aber nicht auszuschließen. Safer Sex, Kontrolle der Blutprodukte und Einwegspritzen schützen vor einer Infektion. Symptome: Oft treten keine oder unspezifische Symptome auf. Bis zu 50% der Infizierten entwickeln chronische Formen. Nur 30% der Infektionen können geheilt werden. Langfristig entwickeln ca. 20% der Erkrankten Lebercirrhose und Leberzellkarzinom. Behandlung: Es gibt verschiedene Virustypen, die verschieden reagieren. Eine Kombinationstherapie von Ribavirin und Interferon hat die Heilungschancen auf 50% erhöht. Hepatitis D (HDV)Ansteckungsmöglichkeiten: Durch Blut oder Blutprodukte, selten durch Intim- oder Schleimhautkontakt. Symptome: Anfangs Müdigkeit und Übelkeit, später Gelb-färbung der Augen und der Haut. In Kombination mit einer bereits bestehenden Hepatitis-Infektion kann es zu einem schweren Verlauf und zu einer hohen Todesrate kommen. Behandlung: Interferon Alpha, wobei die Heilungschancen ge-ring sind. Eine Hepatitis B–Impfung verhindert auch eine Infektion mit Hepatitis D. Hepatitis E (HEV) Ansteckungsmöglichkeiten:Häufig durch kontaminiertes Wasser oder Lebensmittel, selten von Mensch zu Mensch. HEV tritt vorwiegend in tropischen und subtropischen Ländern auf. Symptome: Wie bei Hepatitis A – anfangs Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit, Durchfall, Muskel- und Gelenkbeschwerden. Im weiteren Verlauf Dunkelfärbung des Urins, Färbung des Stuhls, Gelbfärbung der Augen und der Haut. Behandlung: Die Krankheit heilt nach ca. sechs Wochen aus. Es gibt keine Impfung, aber man kann sich durch sorgfältige Hygiene (Abkochen von Trinkwasser, Früchte vor dem Essen schälen) schützen. Hepatitis G (HGV)Ansteckungsmöglichkeiten: Durch Blut und Blutprodukte. Symptome: Es sind keine Symptome bekannt. Das Virus wurde erst vor kurzem entdeckt und noch nicht gut erforscht. Es steht nicht einmal fest, ob es sich um ein Hepatitisvirus handelt. Behandlung: Da keine krankmachende Wirkung bekannt ist, ist keine Behandlung erforderlich. |
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