Beratungsstelle für sexuelle Gesundheit und Aufklärung 
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Was ist HIV, was ist AIDS

HIV ist die Abkürzung für „Humanes Immundefizienz-Virus“, übersetzt: menschliches Immunschwäche-Virus. HIV schädigt das Immunsystem und innere Organe. Das HI-Virus gehört zu den komplexen Retroviren. Als Wirtszellen zur Replikation dienen dem Virus im menschlichen Körper vor allem CD 4-Rezeptor tragende Lymphozyten (T-Helferzellen). Diese werden im Verlauf der Infektion zerstört, was zu einer Schwächung der körpereigenen Immunabwehr führt.Gegen HIV gibt es sehr wirkungsvolle antiretrovirale Medikamente, die die Vermehrung des Virus verhindern.
Die seit mehreren Jahren etablierten Kombinationstherapien (Hochaktive Antiretrovirale Therapie - HAART oder Antiretroviralen Therapie –ART) zielen darauf ab, die Viruslast dauerhaft unter die Nachweisgrenze von derzeit 20 Kopien/ml Plasma zu unterdrücken und das Immunsystem zu rekonstituieren.
 
Eine Heilung der Infektion ist bisher noch nicht möglich. Bei rechtzeitiger Diagnose und Behandlung haben HIV-Infizierte heute dennoch eine annähernd normale Lebenserwartung bei guter Lebensqualität.
 
Wird eine HIV-Infektion dagegen nicht behandelt, schreitet die Immunschwäche fort. Im schlimmsten Fall treten nach mehreren Jahren lebensbedrohliche Erkrankungen auf. Dann spricht man von AIDS (Abkürzung für „Acquired Immune Deficiency Syndrome“ = erworbenes Abwehrschwäche-Syndrom). AIDS lässt sich aber heute fast immer vermeiden, und selbst schwere Symptome gehen durch eine Behandlung oft wieder zurück.
 
 

HIV-Virus

Der HI-Virus wird durch Körperflüssigkeiten übertragen. Dabei gibt es aber grundlegend zu beachten: In jeder Körperflüssigkeit ist der HI-Virus enthalten. Jedoch kommt es auf die Konzentration (d.h. die vorhandene Menge der Viren in der Körperflüssigkeit) an. Folgendes gilt:

Hohe Konzentration: Blut, Sperma, Muttermilch

Mittlere Konzentration: Lusttropfen, Scheidenflüssigkeit Geringe Konzentration: Speichel, Urin, Tränen, Schweiß, Kot

Daraus kann man schlußfolgern, dass eine Infektion mit HIV im alltäglichen Leben durch gemeinsames Trinken aus einer Tasse, beim Hände schütteln, beim gemeinsamen Benutzen des WC oder des Handtuches nicht erfolgen kann. Es bestehen deshalb auch keine Ansteckungsmöglichkeiten durch:

  • Umarmen, Händeschütteln und Küssen ....
  • Streicheln, gegenseitiges Mastubieren ...
  • Kontakt von Sperma u. Blut mit unverletzter Haut.
  • gemeinsames Benutzen von öffentlichen Toiletten, Hallenbad, Sauna ....
  • teilen von Wäsche und Bettzeug mit HIV-positiven Menschen
  • gemeinsamer Gebrauch von Geschirr, Gläsern, Bettzeug, Toilettenartikeln ....
  • Blutspenden
  • Kontakt mit Tränen und Speichel
  • Behandeln durch einen Arzt, wenn die üblichen Hygienevorschriften eingehalten werden
  • Tätowieren, Piercen, Akupunktieren, wenn es hygienisch abläuft
  • Bisse oder Kratzer von Haustieren
  • Insektenstiche

Hohe Risiken birgt jedoch der ungeschützte Geschlechtsverkehr, das Abspritzen im Mund (ohne Kondom), der Kontakt mit offenen blutenden Wunden und auch das gemeinsame Benutzen von Spritzen.

 

Sexuelle Übertragung

  • Ungeschützter Analverkehr ist in Bezug auf eine HIV-Infektion die risikoreichste Praktik – für beide Personen.
  • Ungeschützter Vaginalverkehr gilt als zweitrisikoreichste Praxis. Anders als häufig angenommen, haben HIV-negative Männer mit einer HIV-positiven Partnerin nur ein unwesentlich geringeres Ansteckungsrisiko als umgekehrt HIV-negative Frauen mit HIV-positiven Partnern.

    Bei ungeschütztem eindringendem Verkehr – anal oder vaginal – besteht auch ohne Samenerguss ein reales Übertragungsrisiko. Schon der enge Kontakt von Genital-Schleimhäuten kann für eine Übertragung ausreichen.
  • Oralverkehr: «Einander mit dem Mund verwöhnen», «Lecken», «Blasen» oder «Lutschen» birgt ein Risiko, wenn Sperma oder Menstruationsblut in den Mund der Partnerin bzw. des Partners gelangt.
    Oralverkehr ohne Samenerguss bzw. ausserhalb der Menstruation gilt als sicher, solange keine andere sexuell übertragbare Krankheit vorliegt.

SexDas Risiko, sich in diesen Situationen mit HIV zu infizieren bzw. andere mit HIV anzustecken, ist u.U. deutlich höher, wenn eine der beteiligten Personen zusätzlich an einer anderen sexuell übertragbaren Krankheit leidet (vgl. Geschlechtskrankheiten).

Das Infektionsrisiko steigt mit der Anzahl ungeschützter Kontakte. Allerdings kann schon ein einziger ungeschützter Kontakt zu einer Ansteckung mit HIV führen.

 

 

 

Übertragung beim Drogenkonsum

DrogenMenschen, die sich Drogen spritzen («fixen»), haben ein sehr hohes HIV-Infektionsrisiko, wenn sie ein bereits von einer anderen Person benutztes Spritzbesteck verwenden. Dann kann nämlich infiziertes Blut – über kleine Blutreste im Spritzbesteck – direkt in die Blutbahn eindringen. Ein Infektionsrisiko besteht auch, wenn die Droge mit gebrauchtem Spritzbesteck aufgeteilt oder wenn gebrauchtes Zubehör (Löffel, Filter, Tupfer) wiederverwendet wird. Ausserdem kann man sich dabei sehr leicht mit Hepatitis B oder Hepatitis C infizieren.

 

 

 

 

Mutter-Kind-Übertragung

SchwangerKinder von HIV-positiven Frauen können während der Schwangerschaft, während der Geburt und auch beim Stillen angesteckt werden.
Unter optimalen Bedingungen sinkt die Übertragungsrate praktisch auf Null (<1%): Zu diesen gehören die gezielte Einnahme von Medikamenten gegen HIV (vgl. Kombinationstherapie) während der Schwangerschaft, die Entbindung durch Kaiserschnitt vor Einsetzen der Wehen und der Verzicht auf das Stillen; allenfalls auch eine sechswöchige Behandlung des Babys mit Medikamenten gegen HIV.


Bei korrekt durchgeführter Therapie der Mutter gegen HIV und rechtzeitiger Kaiserschnitt-Entbindung werden heute in Deutschland keine HIV-Übertragungen auf das Neugeborene mehr festgestellt. Für schwangere Frauen ist es deshalb empfehlenswert, sich auf HIV zu testen, damit eine allfällige HIV-Übertragung auf ihr Kind verhindert werden kann.
In Ländern ohne diese medizinischen Möglichkeiten ist die Mutter-Kind-Übertragung nach wie vor ein sehr häufiger Weg, wie sich HIV verbreitet.

 

 

Blut und Blutprodukte

BluttransfusionUm zu verhindern, dass bei Bluttransfusionen HIV übertragen wird, werden in Deutschland seit Mitte der 80-er Jahre alle Blutspenden auf HIV-Antikörper untersucht. Seit 2001 kommt zudem ein Testverfahren zum Einsatz, das direkt nach Bestandteilen des Erregers sucht. Ein minimales Restrisiko (ca. 1 zu 600'000) bleibt wegen der «diagnostischen Lücke» dennoch bestehen: Dies ist der Zeitraum, der zwischen der eventuellen Infektion des Spenders bzw. der Spenderin und der Bildung zuverlässig nachweisbarer Antikörper bzw. dem Vorliegen einer für den Test notwendigen Anzahl Virenkopien liegt (vgl. Testverfahren).
Auf eine lebensrettende Bluttransfusion sollte deshalb aber niemand verzichten. Bei geplanten Operationen kann auch eine Eigenblutspende sinnvoll sein.

Menschen mit Hämophilie (Bluter) sind heute nicht mehr durch das für sie lebenswichtige Blutplasmakonzentrat HIV-gefährdet. Durch bestimmte Herstellungsverfahren und durch Tests wird weitestgehend sichergestellt, dass derartige Blutprodukte kein HIV enthalten.

 

 


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