Beratungsstelle für sexuelle Gesundheit und Aufklärung 
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HIV-Test ("AIDS-Test")

Der HIV-Test ("AIDS-Test")

Ein Test scheint nur dann sinnvoll, wenn man sich einem Risiko ausgesetzt hat. Viele Menschen haben Angst, sich womöglich angesteckt zu haben. Aus diesem Grund ist es gut, mit jemanden zu sprechen, um abzuklären, wie groß ein früher eingegangenes Risiko wirklich war.

Falls man sich zum Test entschliesst, der nur mit ausdrücklicher Genehmigung der betreffenden Person durchgeführt werden darf, sollte man auf persönliche und anonyme Beratung Wert legen und verlangen, dass das Ergebnis im Rahmen eines Gesprächs mitgeteilt wird. Egal wie das Ergebnis aussieht, es ist wichtig, darüber zu sprechen, was der Befund aussagt und was er für das künftige Verhalten bedeuten kann.

Der so genannte "AIDS-Test" ist genauer gesagt ein HIV-Antikörpertest. Das heisst, dass das Labor Dein Blut nicht auf Viren, sondern auf Antikörper untersucht. Das sind Stoffe, die unser Abwehrsystem als Reaktion auf eine Ansteckung mit einem Virus bildet. Werden in diesem Test HIV-Antikörper nachgewiesen (der Test reagiert "positiv") bedeutet dies eine HIV-Infektion. Ein "negatives" Testergebnis bedeutet dagegen, dass keine Antikörper nachgewiesen wurden. Normalerweise bedeutet es, dass keine Infektion durch das HI-Virus erfolgt ist. Aber...

Mit einem Labortest, der Antikörper und Virusbestandteile (Antigen) nachweist, kann man eine HIV-Infektion bereits nach 6 Wochen sicher ausschließen.

Mit einem Schnelltest bzw. einem reinen Antikörpertest nach 3 Monaten (diagnostisches Fenster).

Ein negatives Testergebnis beim Test, der (je nach Testverfahren) 6-12 Wochen nach der möglichen Risikosituation durchgeführt wird, bedeutet, dass keine HIV-Antikörper im Blut gefunden wurden und die Testperson vor 1,5 - 3 Monaten nicht HIV-infiziert wurde. Wer nach einem negativen Testergebnis ungeschützten Sex hatte, gilt wieder als ungetestet!

Ein positives Testergebnis, d.h. Antikörper wurden im Blut gefunden, sagt nichts darüber aus, wann man krank wird. Man braucht aber Freunde, Angehörige, einen Menschen, dem man sich anvertrauen kann, auf den man sich verlassen kann, mit dem man über seine Gefühle reden kann. In unserer Adressliste sind die Adressen aufgelistet, die kostenlose und anonyme Beratung und/oder HIV-Tests anbieten.

Das Gespräch vor dem Test

Du kannst Dich in allen Fragen zu HIV/AIDS informieren. Stelle Deine Fragen und rede über eventuell vorhandene Ängste ganz offen. Die Berater sind auch unterschiedlichen Lebensweisen sehr aufgeschlossen und reden offen über Deine Belange. Die Berater unterstützen Dich bei der Risikoeinschätzung und bei Deiner persönlichen Entscheidung, einen Test durchzuführen.

Die Berater unterliegen der Schweigepflicht, Du bleibst also in jedem Fall anonym.

Das Testergebnis

Ein HIV-Antikörpertest wird vom behandelnden Arzt vertraulich begleitet. Die Kundgabe des Untersuchungsergebnisses, ob positiv oder negativ, erfolgt immer im persönlichen Gespräch und nie am Telefon (wie oft in den Medien dargestellt!). Du solltest im Zweifel darauf bestehen, dass das Gespräch mit Deinem Arzt unter vier Augen geführt wird; also auch die assistierende Schwester (z.B.) das Zimmer verlässt. Das ist für Dich persönlicher und Du kannst Deine Fragen "unbefangener" stellen. Dein Testergebnis - ein maschinelles Labor-Formblatt mit Nummer (Dein Name ist nicht drauf !!!) - kannst Du nach dem Gespräch selbstverständlich mit nach Hause nehmen.

Ein positives Testergebnis sagt nichts darüber aus, wann eine HIV-Infektion zum Ausbruch von AIDS führt (AIDS als Krankheitsbild). Ein "positives" Ergebnis sagt ebenfalls nichts darüber aus, wie lange eine HIV-Infektion schon besteht.

 


Die gängigsten Testmethoden

 
Der Frühtest (PCR)
 
Eine Untersuchungsmethode, die zum Nachweis einer HIV1-Infektion zur Verfügung steht, heißt PCR (Polymerase Chain Reaction). Bei dieser Methode werden nicht die Antikörper, sondern das HI-Virus direkt nachgewiesen. Bei dem hier beschriebenen PCR wird HIV1 nachgewiesen jedoch nicht HIV2.
 
Bereits 14 Tage nach einem Riskokontakt weisst dieser Test ein positives oder negatives Ergebnis mit großer Sicherheit aus. Dieser Test wird in der Regel nicht von der Krankenkasse bezahlt. Gegen einen Selbstkostenpreis von 160 €- 250 € kann dieser PCR-Test bei seinem Hausarzt oder einer HIV-Ambulanz durchgeführt werden. Es gilt dabei zu beachten, das dieser PCR den HI-Virus Typ1 nachweist, dieser ist u.a. in Europa verbreitet. HIV Typ 2 ist z.B. in Afrika verbreitet und wird durch diesen PCR nicht nachgewiesen.
 
Fällt ein solcher Test negativ aus, bedeutet es, dass entweder überhaupt keine HIV-Infektion vorliegt, oder aber die Virus-Last (noch) so gering ist, dass weniger als 40 Kopien pro ml Blut vorhanden waren. Da jedoch die Anfangsphase einer HIV-Infektion - aufgrund der noch fehlenden körpereigenen Antikörper - dadurch charakterisiert ist, daß eine außerordentlich hohe Virus-Menge im Blut des Infizierten in den ersten Wochen vorliegt, ist ein negativ verlaufender PCR-Test, der mind. 14 Tage nach erfolgtem Risikokontakt durchgeführt wurde, als eindeutiges Zeichen für das Nichtvorhandensein einer HIV-Infektion zu werten. Vom Zeitpunkt der Blutentnahme bis zur Ergebnisübermittlung an den Hausarzt des Patienten vergehen im Regelfall 4-5 Arbeitstage. Das PCR-Verfahren wird bei Infizierten standardmäßig zur Überwachung der antiretroviralen Therapie (HAART) eingesetzt und findet ferner auch im Blutspendewesen Verwendung.
 
HIV-Antigen-Antikörper-Test (Combi-Test)
 
Die modernen HIV-Tests beinhalten neben dem Antikörper-Test noch eine zweite Testkomponente. Antigene sind Bestandteile des HI-Virus‘. Ein ganz bestimmter Virusbestandteil, das so genannte „p24-Antigen“, kann in vielen Fällen bereits etwa zwei Wochen nach HIV-Infektion festgestellt werden.
 
p24 ist allerdings nur solange nachweisbar, wie es frei im Blut auftritt. Sobald sich HIV-Antikörper bilden, binden sie das freie p24 und führen dadurch zu dessen Zerstörung durch andere Immunzellen.
Dadurch ist p24 etwa vier bis sechs Wochen nach der Infektion nicht mehr nachweisbar. Das ist für die Antigen-Antiköper-Tests aber unproblematisch: Denn dann schlägt ja die Antikörper-Komponente des Tests wie gewohnt an. Die Verwendung des auch „Antikörpertest der 4. Generation“ genannten Antigen-Antikörper-Tests ist heute in allen Gesundheitsämtern und den allermeisten Arztpraxen & Krankenhäusern Standard.

Ein HIV-positiver Befund im Antigen-Antikörper-Test ist zu jedem Testzeitpunkt zutreffend. Ein negativer Befund ist 6 Wochen nach einem Risiko aussagekräftig. Nach erfolgter Blutabnahme dauert es etwa 3 – 5 Tage, bis das Testergebnis vorliegt.

 
 
HIV-Schnelltest
 

Der HIV-Schnelltest ist ein sehr sicherer Nachweis, birgt allerdings auch einen großen Nachteil: Er kann eine ganz frische Infektion noch nicht ermitteln, weil sich noch keine Antikörper gebildet haben. Die Bildung der Antikörper kann bis zu 3 Monate dauern (diagnostische Lücke).

Demnach ist der Schnelltest erst dann sinnvoll, wenn nach dem letzten möglichen Risiko (z.B. durch ungeschütztem Geschlechtsverkehr) mindestens 10-12 Wochen vergangen sind.

Einige Aidshilfen, Gesundheitsämter und Arztpraxen bieten einen HIV-Schnelltest an. Schnell daran ist, dass das Ergebnis bereits nach etwa 30 Minuten vorliegt. Auch der Schnelltest ist aber ein Antikörpertest (oder ein Antikörper-Antigen-Test) und kann eine Infektion daher erst drei Monate nach der letzten Risikosituation zuverlässig ausschließen.

Für den Schnelltest reicht häufig ein wenig Blut aus der Fingerkuppe, das direkt vor Ort untersucht wird. Weist der Test keine Antikörper (oder Antigene) gegen HIV nach (HIV-negativ), teilt man Ihnen dieses Ergebnis direkt mit. Fällt das Ergebnis „reaktiv“ aus, nimmt man Ihnen sofort im Anschluss Blut für einen Bestätigungstest ab, um ein „falsch positives“ Ergebnis auszuschließen. Erst wenn auch der Bestätigungstest Antikörper nachweist, teilt man Ihnen später das Ergebnis „HIV-positiv“ mit

 
Suchtest = ELISA (Enzyme Linked Immuno Sorbent Assay)
 
Gereinigte Virusbestandteile (Antigene) werden mit dem zu untersuchenden Blut in Verbindung gebracht. Im Blut vorhandene Antikörper binden sich an die Antigene und werden mit Hilfe eines Farbstoffes sichtbar gemacht
 
Bestätigungstest WESTERN BLOT (Immunoblot)
 
Von einander getrennte virale Proteine werden auf eine Folie übertragen (sog. Blotting). Wird das zu untersuchende Blut mit dem Blotstreifen zusammengebracht, kann man vorhandene Antikörper im Blut durch eine Farbreaktion bestimmen.
 
 
(C) Foto:  RainerSturm/pixelio.de