Beratungsstelle für sexuelle Gesundheit und Aufklärung 
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HIV-Therapie / Medikamente

Die regelmäßige Einnahme der antiretroviralen Kombinations-Präparate gewährleistet einen relativ konstanten Substanzspiegel im Körper eines Patienten. Deshalb ist es wichtig, diesen Substanz- bzw. Medikamentenspiegel immer auf dem gleichen Niveau zu halten. Nur so kann die bestmögliche Wirksamkeit gegen die Vermehrungstätigkeit des HIV erreicht und die Bildung von Resistenzen so lange wie möglich hinausgezögert werden. Ein einmaliges Vergessen einer Tablette ist allerdings auch kein Drama. - Also keine Panik!

Bei Reisen sollte man sich schon im Vorfeld ausreichend Tabletten für die gesamte Dauer zusammenstellen. Infos über Ärzte und Anlaufstellen sind für mögliche Notfälle sehr hilfreich. "Drug Holidays" als Medikamentenersatz sind grundsätzlich wegen der Therapiepause abzulehnen.

Begleitend zur Therapie mit Medikamenten musst Du Dich zur Stärkung Deines Körpers auch richtig ernähren. Durch die Ausübung der richtigen sportlichen Aktivitäten fühlst Du Dich nicht nur wohler, sondern machst Deinen Körper auch widerstandsfähiger.

Viele HIV-Patienten kämpfen im Laufe der Zeit mit starkem Gewichtsverlust. Dem solltest Du unbedingt mit der richtigen Ernährung rechtzeitig entgegenwirken. Deine Kost muss abwechslungsreich, ausgewogen und vollwertig sein.

Deine individuelle Lebensqualität aber auch Deine Überlebenszeit kannst Du durch eine bewusste Lebensweise wesentlich beeinflussen!

Nachfolgende Listen sind eine Übersicht über die z.Z. zugelassenen Medikamente zur Behandlung von HIV, sowie Medikamente die sich in der Entwicklung befinden.

Zur Behandlung von HIV werden dabei meistens drei Wirkstoffe in Kombination angewendet - daher Kombinationstherapie oder Kombi.

Wichtiger Hinweis:

Die hier genannten Informationen wurden von den Herstellern der jeweiligen Medikamente zur Verfügung gestellt. Eine Gewähr für die Richtigkeit der gemachten Angaben kann trotz aller Bemühungen nicht übernommen werden!

Ebenfalls ersetzen diese Informationen nicht den für Patienten bestimmten Beipackzettel eines Medikaments bzw. die jeweils neueste Fachinformation für Ärzte und Fachkräfte!

Bei Fragen wende Dich bitte an Deinen behandelnden Arzt bzw. an den Hersteller des jeweiligen Präparats!

HIV-Infizierte können bei frühzeitiger Diagnose und langfristig gut verlaufender ärztlicher Begleitung und Therapie eine normale Lebenserwartung bei guter Lebensqualität haben.

Wann mit der Therapie beginnen?

Internationale Fachgesellschaften empfehlen mit der HIV-Therapie zu beginnen unabhängig von den Blutwerten. Ein früher Behandlungsbeginn schützt selbst bei noch gutem Abwehrsystem vor langfristigen negativen Folgen. Zudem ist man sexuell nicht ansteckend, wenn HIV im Blut nicht nachweisbar ist und keine sexuell übertragbaren Erkrankungen vorliegen.

HIV-Infizierte mit schlechter Immunabwehr (CD4-Zellen < 200 oder 350/µl) oder HIV-assoziierten Erkrankungen, bestimmten Begleiterkrankungen oder HIV-assoziierten Beschwerden wird dringend geraten sofort mit der Therapie zu beginnen.

Die ART besteht in der Regel aus mehreren Substanzen, die in einzelnen Tabletten oder zusammen in einer Tablette gegeben werden. Entscheidend für den Therapieerfolg ist die regelmäßige Einnahme der Tabletten. Bei einer Einnahme von weniger als 95% der Tabletten kann eine Resistenz entstehen, d.h. HIV ist gegen das Medikament unempfindlich geworden und vermehrt sich trotz Tabletteneinnahme.

In der Regel besteht die ART aus drei Wirkstoffen. Etablierte Regime bestehen aus zwei NRTI/Nukes (Nukleosidale Reverse-Transkriptase-Inhibitoren) („backbone“) und einer dritten Substanz („third agent“). Das kann ein nicht-nukleosidalen Reverse-Transkriptase-Inhibitor (NNRTI) oder eine Proteasehemmer (PI), dessen pharmakologische Wirksamkeit durch eine geringe Dosis Ritonavir ("Boosterung") oder ein Integrasehemmer (INI) sein.

Die NRTIs stören als „falsche Bausteine“ die Reproduktion des Virus in der Wirtszelle. NNRTIs besetzen den Angriffsort der reversen Transkriptase und hemmen so die Vermehrung des Virus. Protease-Inhibitoren blockieren das Enzym Protease, das zur Vermehrung von HIV in der Wirtszelle benötigt wird. Integrasehemmer hemmen die HIV-spezifische Integrase.

Weitere Medikamente sind Fusionshemmer, die den Verschmelzungsprozess von HIV und Zielzelle hemmen sowie die CCR5-Antagonisten, die einen hierfür notwendigen Co-Rezeptor blockieren.

 (Quelle: https://www.hivandmore.de/medikamente/nrti.shtml / Okt. 2018)

Übersicht über die Medikamente der HIV-Therapie und Ihrer Wirkung (externer Link) >>>