Beratungsstelle für sexuelle Gesundheit und Aufklärung 
in Westmecklenburg

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HIV und Arbeit

Berufswahl, Einstellung und Ausübung eines Berufs als HIV-Positive/r

Grundsätzlich bestehen für Menschen mit HIV keine Einschränkungen bei der Berufswahl. Bei Bewerbungsgesprächen und Einstellungsuntersuchungen muss der Bewerber den Arbeitgeber nicht über seine HIV-Infektion informieren. Der Arbeitgeber darf auch nicht danach fragen. Stellt er die Frage trotzdem, darf der Arbeitnehmer sogar lügen. Ausnahmen von dieser Regel gibt es nur in wenigen, weiter untern angeführten Berufen. Ist man berufstätig und infiziert sich mit HIV muss man das dem Arbeitgebern ebenfalls nicht mitteilen. Eine HIV-Infektion ist auch kein Kündigungsgrund.

 

Berufe im Gesundheitswesen

Menschen mit HIV können grundsätzlich ohne Probleme als Arzt oder Ärztin, Krankenpfleger oder -schwester arbeiten. Einschränkungen gibt es nur, wenn ein Ansteckungsrisiko für andere Menschen bestehen könnte, dies ist bei Operationen der Fall, bei denen für den operierenden Chirurg (Urologe, Gynäkologe, Zahnarzt…) selbst eine Verletzungsgefahr besteht (und Blut des Chirurgen in das Operationsgebiet gelangen kann) und wenn die Viruslast des Operateurs hoch (>500 Kopien/ml) ist. Kleinere Operationen oder andere Tätigkeiten können auch von nicht antiretroviral behandelten HIV-positiven Chirurgen ausgeführt werden.

Klare Leitlinien gibt es in Deutschland hierzu leider noch nicht, die Grenze von 500 Viruskopien und die Einteilung in problematische und unproblematische Operationen geht auf die amerikanischen Leitlinien (SHEA) zurück.

Für alle anderen Berufe im Gesundheitswesen gibt es unabhängig von der Viruslast keine Einschränkungen.

 

Luftfahrtpersonal

 

Piloten

Eine Verordnung des Bundesministers für Verkehr, Innovation und Technologie schreibt hohe Tauglichkeitsanforderungen an Piloten vor – diese Prüfungen beinhalten einen HIV-Test. Menschen mit HIV werden zur Pilotenausbildung nicht zugelassen. Erhält ein ausgebildeter Pilot während seiner Berufstätigkeit ein positives Testergebnis, kann er – solange sein Gesundheitszustand das erlaubt – als Pilot weiter arbeiten.

Kabinenpersonal/Flugbegleiter/innen

Auch mit HIV kann man als Flugbegleiter/in arbeiten. Die Fluggesellschaften gehen allerdings unterschiedlich mit dem HIV-Test um. Es ist schwierig, allgemeingültige Aussagen zu machen. Viele Fluglinien verlangen keinen Test. Manche verlangen den Test und  knüpfen eventuell besondere Auflagen an eine Einstellung. Im Einzelfall ist es sinnvoll, sich darüber bei der DAH oder regionalen Aidshilfen zu informieren.


Tätigkeit im Ausland/Berufe mit Reisetätigkeit

Noch immer verweigern viele Länder Menschen mit HIV die Einreise oder einen längeren Aufenthalt. Wenn Reisen oder Tätigkeiten in solchen Ländern Bestandteil eines Jobs sind, werden Menschen mit HIV bei der Eignungsprüfung manchmal ausgeschlossen. Die Arbeitgeber dürfen in solchen Fällen (wenn die Tätigkeit in einem Land mit Einreise/Aufenthaltsbeschränkung für HIV-Positive stattfindet) ausnahmsweise im Einstellungsgespräch fragen, ob eine HIV-Infektion besteht. Nähere Infos über die betroffenen Länder gibt es unter www.hivtravel.org. Manche Berufe setzen außerdem „Tropentauglichkeit“ voraus.

Eine behandelte HIV-Infektion ist hier in der Regel kein Hindernis, da bei stabilem Immunsystem die sonst problematische Gelbfieberimpfung durchgeführt werden kann. Entscheidend ist, ob der einzelne Bewerber den Belastungen durch das Klima am Einsatzort gesundheitlich gewachsen ist.

Text: "Infomappe" DAH