Beratungsstelle für sexuelle Gesundheit und Aufklärung 
in Westmecklenburg

Miteinander reden...
Voneinander lernen...
Füreinander da sein...

...immer eine offene Tür!

Besuchen Sie uns doch auch auf facebook...

Risiko: Barebacking

(Barebacking - engl. "Reiten ohne Sattel")

In der Regel beschreibt Barebacking den Analverkehr zwischen Männern ohne Verwendung eines Kondoms, was erhebliche Infektionsrisiken, insbesondere mit dem HI-Virus bedeutet.

Die Entscheidung zu ungeschütztem Sex wird bewusst und zumeist in Kenntnis der Infektionsrisiken getroffen. Der Begriff wird inzwischen jedoch auch für kondomlosen Geschlechtsverkehr generell verwendet, z.B. zwischen Mann und Frau oder innerhalb einer monogamen Beziehung. Geprägt wurde dieser Begriff (Ursprung kommt vom Rodeo) von HIV-infizierten schwulen Männern, die untereinander bewusst auf Safer Sex verzichten wollten, weil sie ja schon HIV-infiziert waren. Mittlerweile suchen aber auch HIV-negative und ungetestete schwule Männer bewusst Bareback-Sex, (z.B. im Internet) weil es ohne Kondom schöner und intimer ist. Barebacking hat in den letzten Jahren in der schwulen Szene immer mehr Anhänger gefunden. Einige Forscher sehen diese Entwicklung dadurch begründet, dass AIDS in der Öffentlichkeit nicht mehr so stark thematisiert wird und viele auf die verbesserten Therapien vertrauen.

Barebacking ist allerdings kein "homosexuelles Phänomen", wie gerne behauptet wird. Dieses Verhalten ist unter Heterosexuellen sogar stärker verbreitet, wie Untersuchungen des Robert-Koch-Institutes ergaben.

Ungeschützter Sex ist immer auch zwischen HIV-positiven Partnern ein gesundheitliches Risiko: Es besteht die Gefahr, sich einen aggressiveren Typ des Virus einzufangen, der vielleicht sogar gegen die meisten gebräuchlichen Medikamente resistent ist. Andere sexuell übertragbare Krankheiten kommen auch noch hinzu. Das Risiko einer Ansteckung besteht ebenfalls, wenn der Partner angibt, selbst auch HIV-negativ zu sein. Ein negatives Testergebnis hat nur begrenzte Aussagekraft: Es bedeutet, dass ca. 12 Wochen vor der Blutabnahme keine HIV-Infektion vorlag. Was allerdings bis zur Blutabnahme und danach passiert ist, darüber kann der Test keine Aussage treffen. Wissenswert ist, dass besonders HIV-Positive in den ersten 3 Monaten nach der eigenen Infektion hochgradig ansteckend sind. Es besteht also durch die lange Inkubationszeit auch unwissentlich Infizierter ein hohes Risiko.