Welt-Aids-Tag 2020

#wissenverdoppeln und Aktionen

Red Ribbon
© DAH

Am 01.12. ist Welt-Aids-Tag – Trotz aufregender Zeiten steht Beratungsstelle weiter zur Verfügung

Auch die Beratungsstelle für sexuelle Gesundheit und Aufklärung in Westmecklenburg mit Sitz in Wismar und Schwerin beteiligt sich anlässlich des Welt-Aids-Tages an der Kampagne #wissenverdoppeln der Deutschen Aidshilfe. Ziel der Kampagne ist es, möglichst vielen Menschen Zugang zu der Information zu verschaffen, dass HIV unter Therapie nicht übertragbar ist.

HIV ist weiterhin nicht heilbar, aber mittlerweile gut behandelbar. Sogar so gut, dass es bei adäquater Therapie nicht mehr von der erkrankten Person auf eine andere übertragen werden kann. Eine Tatsache, die nach wie vor für viele Personen eine Neuigkeit ist: „HIV wird weiterhin noch tabuisiert“, bedauern die Mitarbeiterinnen und der Vorstand der Beratungsstelle. „Neben der Diskriminierung der Erkrankten dringt so auch die Information zu vielen Menschen nicht durch, dass HIV unter Therapie nicht übertragbar ist. Dies verfestigt die Tabuisierung und damit einhergehende Diskriminierung von HIV-Positiven Menschen – ein Teufelskreislauf!“.

Wie es um die Diskriminierung von Personen mit HIV bestellt ist wird z.Zt. durch eine Studie der Deutschen AIDS-Hilfe mit Interviews von HIV-positiven Menschen, auch in Wismar und in Nordwestmecklenburg untersucht. Im Rahmen der breit angelegten Studie zur Lebenssituation von HIV-Positiven sollen aktuelle Erkenntnisse zu Diskriminierungserfahrung dieser Personengruppe erfasst werden. Die Befragungen liefen bis November 2020, mit ersten Ergebnissen wird noch dieses Jahr gerechnet.

Anlässlich des Welt-Aids-Tages hat das Robert-Koch-Institut die Zahlen der Entwicklung der HIV-Infektionen veröffentlich. Laut diesen Zahlen lebten im Jahr 2019 1100 Menschen mit HIV in Mecklenburg-Vorpommern. Darunter sind rund 210 Personen, die nichts von ihrer Infektion wissen und so – unwissend – den Virus weitertragen können. Um dieses Unwissen weiter zurückzudrängen ruft die Beratungsstelle weiterhin dazu auf, sich bei Fragen rund um das Thema sexuelle Gesundheit an die Beratungsstelle zu wenden. Auch wenn die aktuelle Pandemieentwicklung das Angebot einschränkt, stehen die Beraterinnen und Berater der Beratungsstelle weiter zur Verfügung. Die angebotenen Schnelltests auf HIV können ebenfalls weiter – mit Terminvereinbarung – durchgeführt werden.

Ein besonderes Highlight für die Beratungsstelle und ihre Ehrenamtlichen sind die rund 3800€, welche als Zuschlag aus dem Programm „Ehrenamt stärken. Versorgung sichern.“ des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft an die Beratungsstelle gingen. Mit dem Geld konnte für die betreuten HIV-Positiven und die Ehrenamtlichen, die bei der Betreuung und Versorgung unterstützend tätig sind, Kommunikationstechnik und Materialien zur Absicherung dieser Betreuung unter Pandemiebedingungen angeschafft werden.

Gerne wäre die Beratungsstelle am Nachmittag des 1. Dezember wie jedes Jahr in der Wismarer Innenstadt mit einem Stand und Aktionen sowie zu Gesprächen mit Bürgerinnen und Bürgern unterwegs gewesen. Aufgrund der Corona-Beschränkungen genehmigte der Landkreis Nordwestmecklenburg dies jedoch nicht. Allerdings werden wird an der Außenwand der Geschäftsstelle in Wismar ein Banner befestigt werden, um auf den Welt-Aids-Tag aufmerksam zu machen. Sollten für den Tag Pressefotos und Statements gewünscht sein bitten wir aufgrund der Pandemielage um vorherige telefonische Terminabsprache.

In der Zeit vom 28.11. bis 06.12. weisen in Schwerin zwei große Banner an den Außenwänden der Beratungsstelle in der Lübecker Straße auf den Welt-AIDS-Tag hin. Zusätzlich wird die Fassade der Beratungsstelle anlässlich des Welt-Aids-Tages am 01.12. in der Zeit von 18 bis 20 Uhr im roten Licht erstrahlen und es wird eine rote AIDS-Schleife aus Stoff und Kerzen vor dem Gebäude geben. Hierbei handelt es sich um eine gemeinsame Aktion der queeren Vereine und Gruppen der Region. Natürlich wird vor Ort strengstens auf die Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln geachtet. Interessierter Vertreter*innen der Presse werden dringend um vorherige Anmeldung gebeten, um eine zu große Menschenansammlung zu vermeiden.

Die Beratungsstelle ist Montag bis Freitag unter 0385/568645 und info@bsga-mv.de erreichbar. Interessierte können sich unter www.wismar.aidshilfe.de oder bei Instagram und Facebook unter „bsgawestmecklenburg“ über die Beratungsstelle informieren.